Sehr geehrte Leserinnen und Leser!
Dass sich der Goldpreis bei 1850 USD inzwischen in einer Blase befindet, können Sie fast täglich irgendwo nachlesen. Denn: 11 Jahre in Folge steigende Kurse und ein Anstieg um 533% von circa 300 auf 1.900 USD sind insbesondere (den immer noch in der Überzahl befindlichen) Papiergeldjüngern „des Guten zuviel“.
Schauen Sie sich bitte den Chart unten etwas genauer an:
Sie sehen einen ansteigenden Kursverlauf über 18 Jahre, von 1978 bis 1996. Dieser begann bei 120 Zählern und führte auf gut 1.100 im Jahr 1996. Ein Anstieg von 816%. Charttechniker würden beim Anblick dieses Charts klar von einer Überhitzung sprechen und den Kursverlauf wohl in die Rubrik Blasenbildung einteilen.
Es ist der Kursverlauf des Nasdaq-Composite-Index. Sehen Sie nun, wie sich die Situation weiter entwickelt hat.
1998: Zwei Jahre später hatte der Nasdaq weitere 835 Punkte oder 83% seit 1996 - dem vermeintlichen „Blasentopp“ - zugelegt. Vom Beginn der Hausse 1978 gerechnet lag der Zuwachs bis Herbst 1998 nun schon bei 1.430%.
Im Herbst 1998 schien die Blase dann zu platzen: Der Nasdaq-Index verlor von circa 2.000 Punkten über 30% auf unter 1.400 Zähler (roter Pfeil)! Doch weit gefehlt: Im Herbst 1999 - also ein Jahr später - notierte der Nasdaq bereits bei 2.500 Punkten und hatte seit dem Einbruch 78% zugelegt. Ende des Jahres 1999 standen sogar 4.000 Punkte auf dem Konto.
Doch damit nicht genug:
In dieser Beschleunigungsphase stürmte der Nasdaq weitere 1.100 Punkte auf das Hoch bei 5.132 Zählern am 10. März 2000!
Wer also im Jahr 1996 - nach 18 Jahren Kursanstiege und einer Performance von über 800% bereits von einer Blasenbildung an der Nasdaq ausging, hat die besten Jahre nicht mehr erlebt oder stand staunend dabei, als die größte Blase der US-Aktienmarktgeschichte immer größer wurde. Von 1.000 auf 5.000 Punkte dauerte es dann lediglich 4 Jahre. Und dies, obwohl die Bewertungen der Internetaktien jenseits von Gut und Böse lagen.
Warum der Goldminenindex HUI von 600 auf 3.000 Punkte steigen könnte!
Gesellschaften wie Yahoo oder Amazon machten keine Gewinne und wurden lediglich nach User-Zuwachs oder Umsatz bewertet. Ein KGV gab es bei den meisten Aktien nicht, da die Gesellschaften gar keine Gewinne erzielten. Wer heute beim Gold von einer Blase schreibt, sollte sich zudem vor Augen halten, wie euphorisch damals die Masse der Anleger neue Depots eröffnete, um am Boom (der Blase) teilzuhaben. Banken rissen sich um die IPO‘s jeder noch so winzigen Start-Up-Bude - solange nur das Wort „Internet“ im eilig formulierten und vor irrwitzigen Umsatzsteigerungen ausgehenden Businessplan auftauchte. Natürlich war jede Gesellschaft irgendwo „Marktführer“ - und wenn man eilig ein noch so seltsam anmutendes Nischen-Marktsegment aus der Taufe hob.
Damals gab es einen Boom, der selbst aus den risikoscheuen Deutschen ein Volk von High-Tech-Spekulanten machte. Beinahe jeder Taxifahrer wusste von Aktien wie Yahoo, CMGI, Amazon, Nokia, Softbank, Mobilcom oder Intershop. Man eröffnete oft gleich mehrere Depots bei verschiedenen Banken, um die Chancen der Zuteilung bei den Zeichnungen der lukrativen Neuemissionen des Neuen Marktes zu erhöhen. Es wurden private Aktienclubs gegründet und Aktien waren ein beliebtes Stammtischthema.
Haussen enden in Euphorie und Überinvestition!
Und heute? Hören Sie heute vom Nachbarn, dass er in Gold und Silber investiert? Kennen Sie die 10 größten Goldförderer? Oder wenigstens die Top-5? Sprechen Ihre Freunde und Arbeitskollegen über Goldaktien oder mögliche Übernahmekandidaten im Edelmetallsektor? Wird über Gold und Silber oder gar über diejenigen Gesellschaften, die es fördern und danach suchen, heftig an Stammtischen diskutiert?
Nein. Natürlich nicht. Es sind nur wenige Investoren, die seit Jahren in diesem Sektor investiert sind. Es werden zwar seit Beginn der Krise 2008 immer mehr, die sich ein wenig Gold und Silber zulegen. Doch ein Massenphänomen sieht anders aus. Da ändert auch die Tatsache nichts, dass die Bild-Zeitung jüngst Gold als Titelthema auserkoren hatte und viele darin den Soft-Fact „Bildzeitungs-Indikator“ aus dem Jahr 2000 wieder gesehen haben wollen. Damals titelte das größte Deutsche Boulevardblatt nur kurz vor dem Zusammenbruch des Neuen Marktes „Werden wir alle reich?“.
Ganz anders sehen jedoch die harten Fakten aus, die wir Ihnen in den letzten Wochen mehrfach aufgezeigt haben:
Es gibt nicht die geringste Überinvestition im Gold bei den Privatanlegern. Während 1980 noch 15-20% Goldgewichtung normal war, liegt diese heute trotz des Anstiegs bei circa 3%. Bei Goldaktien sieht es noch besser aus: Diese sind nun zwar auf ein neues Allzeithoch beim HUI ausgebrochen, aber teuer sieht ganz anders aus - was wir Ihnen an zahlreichen Grafiken und Bewertungsvergleichen ebenfalls in den letzten Wochen dargelegt haben.
Warum sollte der HUI in den nächsten 3-4 Jahren nicht von 600 Punkten auf 3.000 Punkte steigen?
Dies wäre prozentual ein Anstieg wie bei der Nasdaq von 1996 bis 2000 von 1.000 auf 5.000 Zähler. Also nachdem der Nasdaq bereits im Jahrzehnt zuvor verzehnfacht hatte.
Einige Analysten, die inzwischen ihre Goldpreisprognosen auf 1.800 USD für dieses und nächstes Jahr angehoben haben, rechnen damit, dass sich die Cash Flows der Goldförderer bis 2015 vervierfachen könnten.
Warum sollten sich die Aktienkurse in einer Euphorie dann nicht verfünffachen? Wir hatten vor Wochen, als wir unsere HUI-Spekulation im Tradingdepot starteten, prognostiziert, dass die Goldgesellschaften wohl die einzigen Firmen sind, denen man kurzfristig steigende Gewinne relativ sicher vorhersagen kann. Nach den schwachen Margen im ersten Quartal (hoher Ölpreis, fallender Goldpreis), hat sich das Blatt nun gewendet. Die Ergebnisse des dritten Quartals dürften sehr stark werden und sich in Q4 fortsetzen.
Zusammenfassung / Fazit:
Die Kursverläufe in Haussen ähneln sich immer, auch wenn es sich um komplett unterschiedliche Anlageformen und –themen handelt. Insofern kann man aus historischen Kursmustern das Verhalten der Anleger gut studieren. Sei es Japan in den 80ern oder die Nasdaq in den 90ern. Immer ging der finalen Euphorie ein langjähriger Bullenmarkt voraus, der zunächst von großer Skepsis begleitet war. Erst mit fortschreitender Dauer haben sich immer mehr Investoren in den neuen Bullenmarkt getraut. Erst am Ende ist die breite Masse auf den neuen Trend aufmerksam geworden. Der Kursanstieg beschleunigte sich, bis es zu einer Spekulationsblase kam, die schließlich platzte.
Das Ende einer Spekulationsblase ist dabei von einer Überinvestition und einer Euphorie gekennzeichnet. Wenn alle investiert sind, kann schließlich keiner mehr kaufen und die Kurse stürzen nach einer Fahnenstange wieder ab. Bislang können wir nicht feststellen, dass beim Gold oder bei Goldaktien eine Überinvestition oder gar Euphorie vorliegt.
Wir zeigen Ihnen in den nächsten Wochen und Monaten, welche Aktien besonders günstig sind und wo institutionelle Investoren noch völlig unterinvestiert sind. Diese Werte sollten in den nächsten Jahren enorme Zuwächse verzeichnen!
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